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Wetzlarer
Neue Zeitung - 03/2005
Engagement im Verein - was habe ich
davon?
Wetzlar (clr). „Wie gewinnt man junge Menschen
für ein Engagement im Sportverein?“ „Wie begegnet man
angesichts der demographischen Entwicklung der Nachwuchsproblematik?“
Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Veranstaltung der Sportjugend
Hessen gestern in Wetzlar. Die Begrüßungsrede hielt der hessische
Innenminister Volker Bouffier (CDU).
Es sei sicherlich schwierig, Jugendliche für ein Engagement im
Sportverein zu mobilisieren, doch sei dies noch lange kein Grund zur
Resignation. Die materielle Basis für eine gelungene Nachwuchsförderung
werde die Landesregierung schaffen.
Dr. Sebastian Braun, Professor für Sportwissenschaften in Paderborn,
sprach zum Thema: „Der Bildungsgehalt der Vereinsjugendarbeit
– welchen Nutzen ziehen Jugendliche aus einer Vereinskarriere?“.
Der Redner zeigte auf, dass Jugendliche drei grundlegende Fähigkeiten
in der Selbstorganisation der Vereine erlernen. Dazu zählen neben
kognitiven Eigenschaften wie Rhetorik und Kritikfähigkeit vor allem
auch das Erlernen von uneigennützem Handeln und die Fähigkeit
zu Vertrauen. Besonders wichtig dabei sei, dass Jugendlichen innerhalb
der Vereine die Möglichkeit eines Status- und Rollenanspruchs geboten
wird.
Ergänzende Informationen zu dem sich wandelnden Jugendengagement
gab im Anschluss der Geschäftsführer der Landesehrenamtsagentur,
Stephan Würz. Die Motive die Jugendliche zu Engagements in Vereinen
seien Spaß, eigene Bedürfnisse, persönlicher Gewinn
und die Chance, Kontakte zu knüpfen. „Junge Menschen sind
Egotaktiker. Warum mach ich das, was habe ich davon; das sind Fragen,
die sie beschäftigen“, erklärte Würz den Anwesenden.
Die Vereinsführung müsse sich stärker den Bedürfnissen
der jungen Ehrenamtlichen anpassen und sie mit guten Beispielen und
Ideen unterstützen. Die Förderung der Jugend zahle sich aus
– auch für die Geförderten. „Wer in jungen Jahren
engagiert ist, wird sein Leben lang engagiert bleiben“, sagte
Stephan Würz abschließend.
In Arbeitsgruppen konnten die Teilnehmer dann gemeinsam mit den einzelnen
Fachleuten die verschiedenen Themenschwerpunkte diskutieren. Dabei ging
es ebenso um jugendgemäße Konzepte der Anerkennung und Förderung,
wie um die notwendigen Qualifikationsstrukturen für Jugendliche
und förderliche Organisationsstrukturen in der Jugendarbeit.
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