| |
Ziele
Themen
Struktur
Projekte
Promotionen
Publikationen
Personal
|
Westfalenpost
- 07/2006
Engagement ist im Aufschwung
Paderborn. Kirchen- und Museumsarbeit, Elternbeirat,
Schöffengericht: Die Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren
sind vielfältig. Und doch wurde erst kürzlich an der Universität
Paderborn das erste Forschungszentrum für Bürgerschaftliches
Engagement in Deutschland eingerichtet.
„In den USA und Großbritannien spielt das Thema, Charity’
schon länger eine dominante Rolle und wird entsprechend erforscht“,
berichtet der Direktor des Zentrums Sebastian Braun. „Dort wurde
oft beklagt, dass es in Deutschland keinen Ansprechpartner gibt.“
Gerade auf lokaler Ebene sei das Thema fest verankert und in den Medien
präsent, stellt der Soziologe fest. Leider habe ehrenamtliche Arbeit
aber oft noch ein negatives Image: „So nach dem Motto: Irgendeinen
Blöden, der die Arbeit macht, müssen wir ja finden’.“
Dabei habe bürgerschaftliches Engagement, worunter Braun zum Beispiel
die ehrenamtliche Arbeit im Verein, die Teilnahme an politischen Protestbewegungen
und karitatives Engagement zählt, in den vergangenen Jahren noch
einmal einen enormen Aufwind bekommen.
Und auch in Zukunft werde sich dieser Trend fortsetzen, ist der Wissenschaftler
überzeugt: Wenn der Staat zunehmend weniger Sozialleistungen übernimmt,
ist die Selbstorganisation der Bürger gefragt. „Und außerdem
müssen wir uns ja auch damit beschäftigen, welchen anspruchsvollen
Perspektiven wir Menschen bieten können, die immer früher
in Rente gehen und damit immer länger fit sind“, so Braun.
Sein Forschungszentrum versteht sich dabei als Berater von Vereinen,
Verbänden, Wirtschaftsunternehmen und der Politik. „Es wird
in Zukunft auch für Unternehmen wichtiger, sich für das Gemeinwesen
zu engagieren“, ist Braun überzeugt, „weil das ein
massiver Wettbewerbsvorteil ist.“
|
|
|